Projekte |
| Tiryaki Kukla | ||
| Projekt: | Tabakprävention bei Migrantinnen und Migranten aus der Türkei | |
| Projektleitung / Kontaktperson: | Corina Salis Gross Tel: ++41 44 448 11 84 | |
| Status: | laufend | |
| Dauer: | 01.2010 - 04.2012 | |
Projektleitung:
Partnerinstitution:
Public Health Services GmbH (PHS), Güterstrasse 12, 3360 Herzogenbuchsee (Andreas Biedermann)
Ausgangslage: Der Anteil der ausländischen Wohnbevölkerung der Schweiz liegt Ende 2007 bei 22,1%. Der Bund konzentriert sich in seiner Strategie „Migration und Gesundheit“ im Bereich der Prävention auf die Verbesserung der transkulturellen Kompetenz in der Regelversorgung sowie auf bevölkerungsbasierte Interventionen, um die Chancengleichheit im Gesundheitswesen zu verstärken. Vorgesehen sind unterdessen auch entsprechende Aktivitäten im Bereich der Tabakprävention. Die Tabak-Prävalenzraten der Migrationsbevölkerung der Schweiz sind je nach Migrationshintergrund sehr unterschiedlich. Die Migrationsbevölkerung aus der Türkei liegt mit einer Prävalenzrate von 42% bei den Frauen und von 53% bei den Männern an der Spitze. Zielgruppenspezifische Aktivitäten in der Tabakprävention fehlen für diese Gruppe in der Schweiz bislang fast vollständig. Unser Projekt setzt hier an, indem wir das in Grossbritannien erfolgreich durchgeführte Präventionsprojekt „Tiryaki Kukla“ adaptieren und in der Schweiz implementieren sowie durch eine mediale Kommunikationskampagne ergänzen. Wir greifen dabei auf die Erfahrungen zurück, welche im evaluierten Pilotprojekt „Rauchstopp-Therapie für türkeistämmige Migrantinnen und Migranten in der Schweiz“ mit dem Transfer von Elementen aus dem britischen Projekt gesammelt werden konnten.
Zielsetzung: Mit dem Projekt Tiryaki Kukla sollen das Wissen über die Gefahren des Tabakkonsums in der Migrationsbevölkerung aus der Türkei vergrössert, sowie die Einstellungen gegenüber dem Rauchen verändert werden. Es zielt weiter darauf ab, den Anteil an Raucherinnen und Rauchern in der türkischen/kurdischen Bevölkerung der Schweiz sowie die Anzahl der gerauchten Zigaretten in diesen Gruppen zu verringern. Die Intentionen zum Rauchstopp sollen dafür gestärkt und die Nutzung der entsprechenden Angebote und Hilfestellungen gefördert werden. Zudem soll Verhältnisprävention in den Vereinen/Gruppierungen einsetzen (rauchfreie Räume). Insgesamt soll der bislang fehlende Normenwandel in der türkeistämmigen Bevölkerung der Schweiz einsetzen. Die evaluierten Ergebnisse sollen als Grundlage für den Entscheid für eine allfällige Weiterführung oder Multiplikation des Projektes auf andere vom Rauchen stark belastete MigrantInnengruppen in der Schweiz liefern.
Methoden: Beim Projekt Tiryaki Kukla handelt es sich um eine 1.5-jährige Kommunikationskampagne mit vorgelagerter Vorbereitungs- und abschliessender Evaluationsphase (insgesamt 30 Monate). Sie besteht aus einer Intervention in Form eines Gratis-Informationspaketes in Vereinen und Gruppierungen inklusive eines begleiteten Erarbeitens von Massnahmen. Parallel dazu werden medial (Fernsehen, Internet, Radio, Zeitungen, Zeitschriften) die Präventions- und Ausstiegsinformationen verbreitet. Dabei wird ein partizipativer methodischer Ansatz verfolgt, indem das Projekt ProtagonistInnen der Migrationsbevölkerung aus der Türkei direkt in die Projektorganisation involviert. Dem als „good practice“ empfohlenen beziehungsgeleiteten und aufsuchenden Informationsansatz wird mit diesem Procedere Folge geleistet. Eine detaillierte quantitative Evaluation der Wirkung und des Kosten-Nutzen-Verhältnisses von Tiryaki Kukla sowie eine qualitative Triangulierung durch ExpertInnen sind Bestandteil des Projektes.
Bedeutung: Die Migrationsbevölkerung aus der Türkei in der Schweiz weist einen ungenügenden Zugang zu den Informationen und Dienstleistungen der Tabakprävention auf und zeigt gleichzeitig die höchsten Prävalenzraten an RaucherInnen. Eine zielgruppenspezifische Kommunikationskampagne für diese Bevölkerungsgruppe mit einer systematischen Evaluation liefert neben den Effekten zur Verhaltens- und Verhältnisprävention sowie zum Rauchausstieg und zum Normenwandel bei dieser Population differenzierte Informationen für allfällige ähnlich gelagerte Projekte für andere vom Rauchen stark belastete MigrantInnengruppen.
Downloads:
Input Dr. Corina Salis Gross und Serhan Cangatin, FIMM-Tagung 24. November 2009: "Wie wird Partizipation erreicht?"
Suchtmagazin 1/2010: Dr. Corina Salis Gross: Nachhaltigkeit bei Suchtausstieg und Prävention durch starke Beziehungen
Tiryaki Kukla: Broschüre (türkisch)
Tiryaki Kukla / Rauchstopp-Kurse in türkischer Spracher: Projektinformationen deutsch (Flyer)
Tiryaki Kukla / Cours pour arrêter de fumer en langue turque: informations en français
Stichworte
Smoking prevention, turkish/Kurdish migrants, participative approach, campaign, evaluation
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