Epidemiologische Forschung |
Das ISGF betreibt epidemiologische Forschung vorwiegend aus dem Blickwinkel von Public Health, d.h. mit Blick auf die Auswirkung gesundheitlicher Entwicklungen auf der Ebene der Allgemeinbevölkerung. Aus dieser Persektive hat das ISGF vor allem folgende Schwerpunkte gelegt:
- Bestimmung der Krankheitslast in einer Bevölkerung mit Hilfe von Massen, die Mortalität und Morbidität verbinden (z.B. Disability Adjusted Life Years - DALYs) und ähnlichen Indikatoren (für eine Einführung in die Terminologie siehe Gmel & Rehm, 2006)
- Vermeidbare Mortalität und Morbidität, d.h welcher Anteil der derzeitigen Krankheitslast ist vermeidbar
- Risikofaktorenforschung, insbesondere im Bereich von Lebensstilfaktoren (Rauchen, Trinken, Übergewicht, Drogenkonsum)
Insgesamt hat sich das ISGF nicht nur einen Namen gemacht, indem in den oben genannten Bereichen eine Vielzahl von Berichten und Publikationen veröffentlich wurden, die nicht nur die Schweiz betreffen, sondern auch international Planungsgrundlagen geschaffen haben (siehe Aktivitäten des WHO Collaborating Centre). So hatte Prof. J. Rehm die Leitung der Arbeitsgruppe der Weltgesundheitsorganisation inne, die die durch Alkohol bedingte Krankheitslast weltweit untersuchte (siehe Rehm et al., 2004). Im ISGF sind auch bahnbrechende methodologische Arbeiten zur Epidemiologie entstanden, wie z.B. ein Verfahren, um alkoholbedingte Krankheitslast ländervergleichend zu untersuchen (Rehm et al., im Druck), oder eine Methodologie zur Bestimmung von vermeidbarer Krankheitslast (Rehm et al., 2006).
Literatur:
Gmel, G. & Rehm, J. (2006). Zusammenfassende Gesundheitsmasse von Sterblichkeit und Krankheit: Der steinige Weg zwischen PYLL, YLD, DALY und HALE. Suchttherapie, 7, 143-153.
Rehm, J., Klotsche J. & Patra, J. (im Druck). Comparative quantification of alcohol exposure as risk factor for global burden of disease. . International Journal of Methods in Psychiatric Research
Rehm, J., Room, R., Monteiro, M., Gmel, G., Graham, K., Rehn, N., Sempos, C.T., Frick, U., & Jernigan, D. (2004). Alcohol use. In: M. Ezzati, A.D. Lopez, A. Rodgers, & C.J.L. Murray (Eds.), Comparative Quantification of Health Risks. Global and Regional Burden of Disease Attributable to Selected Major Risk Factors. Volume 1 (pp. 959-1108). Geneva: World Health Organization. ISBN 92 4 158031 3
Rehm, J., Taylor, B., Patra, J. & Gmel, G. (2006). Avoidable burden of disease: conceptual and methodological issüs in substance abuse epidemiology. International Journal of Methods in Psychiatric Research, 15(4), 181-191.




