Interventions- und Evaluationsforschung |
Interventions- und Evaluationsforschung ist ein Standbein der ISGF-Tätigkeit. Dies betrifft die Entwicklung von Erfassungskonzepten und ?instrumenten, die Erhebung und Analyse quantitativer und qualitativer Daten, sowie die Entwicklung von innovativen Interventionsansätzen. Dabei wird eine intensive Kooperation mit der Praxis angewandt, sowohl bei der Erarbeitung wie bei der Umsetzung neuer Erkenntnisse.
Die Interventions- und Evaluationsforschung war ein erster wichtiger Schwerpunkt der Institutstätigkeit, mehrheitlich im Rahmen der vom Bundesamt für Gesundheit geförderten Evaluation von schadensmindernden und Therapiemassnahmen im Bereich des illegalen Drogenkonsums. Die erworbenen methodischen und prozeduralen Erfahrungen kamen und kommen vielseitig zum Einsatz: Ein erstes grösseres internationales Projekt war das COST-A6 Projekt "Evaluation of action against drug abuse in Europe" mit der Beteiligung von 17 Ländern; Expertennetzwerke in den Bereichen Suchtprävention, Suchttherapie und Suchtpolitik haben erstmals länderübergreifende Erkenntnisse zusammengetragen und zugänglich gemacht. Das ISGF blieb dabei ein wichtiger Partner.Im Bereich des legalen Suchtmittelkonsums liegt der Schwerpunkt des ISGF in den Aktionsfeldern zum Thema Alkohol und in der Tabakprävention.Beispiele aktueller Projekte aus dem suchtspezifischen Bereich sind:
- Evaluation von Substitutionsbehandlungen für Opiatabhängige in Osteuropa und Asien, Erarbeitung internationaler Richtlinien für solche Behandlungen und Evaluierung von Interventions-Systemen (alle WHO Genf), sowie Dokumentation und Evaluation von Weiterbildungs-Programmen zur Suchtbehandlung mit Beteiligung von 19 Ländern (UNO-Drogenbehörde).
- Verschiedene Evaluationsprojekte betreffen unter anderem die Prävention von Drogen- und Jugenddelinquenz und den Aufbau von Substitutionspolikliniken in der Ukraine
- Für die Europäische Kommission beteiligt sich das ISGF an einer Bestandesaufnahme von Best Practice in der Behandlung Drogenabhängiger
- Weitere Projekte auf nationaler und kantonaler Ebene betreffen Interventionen bei jugendlichen Cannabiskonsumenten und die Entwicklung von Qualitätsstandards für ambulante Alkoholberatungsstellen.
- Im Auftrag des Tabakpräventionsfonds führt das ISGF zur Zeit zwei Interventionsprojekte durch, die wissenschaftlich evaluiert werden:
1) KIM4U ? Kurzinterventionen bei Jugendlichen mit Tabakkonsum durch Fachpersonen der medizinischen und nichtmedizinischen Grundversorgung (darunter Jugend- und Suchtberatungsstellen, Schulsozialarbeit, Schulärztliche und Schulzahnärztliche Dienste)
2) Rauchstopp-Therapie bei türkeistämmigen Migrantinnen und Migranten in der Schweiz in Zusammenarbeit mit der Krebsliga Zürich
Die Interventions- und Evaluationsforschung umfasst neu auch verschiedene Projekte aus dem nicht suchtspezifischen Bereich. Aktuell zählen dazu verschiedene Projekte zum Themenbereich "Ernährung-Bewegung-Gewicht", insbesondere zwei grössere Interventionsprojekte für Kinder und ein Evaluationsprojekt für Erwachsene:
- KLEMON ? Prävention und Gesundheitsförderung bei Kleinkindern (Alter 2 bis 5) mit Risiko zu Übergewicht. Im Rahmen von KLEMON wird mit Risikokindern und deren Eltern auf den Mütterberatungsstellen ein mehrmonatiges handlungsbasiertes Monitoring durchgeführt
- Moving-Lifestyle ? ein Ernährungs-Bewegungsprojekt für Schulklassen der Mittelstufe mit dem Hauptziel, das Niveau der körperlichen Aktivität bei Fünftklässlern der Städtischen Schulen Zürich zu verbessern
- Projekt action d ? diabetes aktiv vorbeugen ? Wissenschaftliche Evaluation des laufenden Projektes zur Prävention von Diabetes Typ 2 im Auftrag der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz
Das ISGF beabsichtigt, die Gesundheitsförderung, Prävention/Frühintervention und ebenso die Evaluationsforschung im nicht suchtspezifischen Bereich weiter auszubauen. Weitere Projekte mit Fokus auf spezifische Zielgruppen (Kinder und Jugendliche, Betagte, MigrantInnen, Homosexuelle) stehen in Entwicklung.




