Gesundheitsplanung |
Die gegenwärtige und künftige Versorgung mit Gesundheitsleistungen ist ein Forschungsthema an der Schnittstelle von Epidemiologie, Gesundheitssystemforschung und Gesundheitsökonomie, aber auch der kognitiven Sozialpsychologie. Wir arbeiten hier einerseits mit den üblichen „harten“ Methoden zur Prognose zukünftiger Bedarfe, die sich an demographischen Trends, an den Entwicklungen bei den Leistungserbringern und an Trends der Inanspruchnahme von medizinischen Angeboten algorithmisch-quantitativ orientieren. Andererseits werden vom ISGF aber auch spezifische Befragungsmethoden entwickelt, durch die „weiches“, intuitives Wissen von Experten/innen für die Abschätzung von künftigen Entwicklungen nutzbar gemacht werden kann. Kontrollierte Experteninterviews mit Szenarientechniken und Delphi-Befragungen zählen hier zu den erfolgreichen Instrumenten.
Je nach Planungssituation wird auch direkt bei den Addressaten von Gesundheitsleistungen mit den Methoden eines psychometrisch fundierten „Needs Assessment“ eine Abschätzung des notwendigen qualitativen wie quantitativen Aufwands ermöglicht. Die Verknüpfung mit Sekundäranalysen von Routinedaten aus der Gesundheitsversorgung bietet eine empirische Basis zur rationalen Entscheidungsfindung.
Die Mitarbeiter dieses ISGF-Fachbereiches verfügen über eine langjährige Erfahrung bei der Beratung staatlicher Institutionen im In- und Ausland. Neben der methodischen Fundierung der erarbeiteten Ergebnisse auf der Basis des wissenschaftlichen State-of-the-Art wird in den Projekten jeweils auch der professionellen Kommunikation der Resultate im gesundheitspolitischen Diskurs von vorneherein ein besonderes Augenmerk gewidmet.
Beratungsprojekte erfolgten bislang auf den Feldern:
- Neonatologische Versorgung
- Suchtmedizinische Versorgung
- Stationärpsychiatrische Versorgung
- Psychiatrie-System insgesamt
- Pädiatrisch-stationäre Versorgung
- Gesamte stationäre Versorgung
- Substitution stationärer Leistungen im ambulanten Sektor
Eine Referenzenliste kann auf Wunsch gerne zugesandt werden.
Literatur:
Kurz-Adam M., Frick U., Sumser M. (2006) Ökonomie und Bedarfsfeststellung in den Erziehungshilfen - Anmerkungen und empirische Befunde zur Indikationsfrage in den sozialräumlich organisierten Erziehungshilfen, Zeitschrift für Kindschaftsrecht und Jugendhilfe, 4/2006, 171-180
Frick U., Barta W., Zwisler R., Filipp G. (2001) Auswirkungen der Leistungsorientierten Krankenhausfinanzierung (LKF) auf die Verweildauern und Hospitalisierungen im Land Salzburg seit 1997. Gesundheitsökonomie & Qualitäts-management, 6: 4, 95-104
Frick U. (2001) unter Mitarbeit von Filipp G. Angebot, Inanspruchnahme und Bedarf stationärer Gesundheitsversorgung in Salzburg. Salzburg: Amt der Landesregierung. Textband (ISBN: 3-902082-07-0) und Tabellenband (ISBN: 3-902082-08-9)
Frick U., Laschat M. (1996) Analyse der Strukturqualität: Am Beispiel der neonatologischen Versorgung. Gesundheitsökonomie & Qualitätsmanagement, 1: 1, 12-18.
Frick U., Rehm J. (1994) Wissensintegration zur morbiditätsorientierten Bedarfsplanung im stationären Sektor bei unvollständiger Wissensbasis. Das Gesundheitswesen, 56: 8/9, S. X
Rehm, J. and V. Gadenne (1990). Intuitive Predictions and Professional Forecasts: Cognitive Processes and Social Consequences. Oxford, Pergamon.




