Weitere Projekte



Weitere act-info-FOS-Projekte

- Nachbefragung der Klientele stationärer Therapieeinrichtungen
- Follow-up bei der Klientele der stationären Therapieeinrichtungen des Kt. Bern
- Suchthilfe Kanton Tessin
- Dokumentation der Klientele der Entzugseinrichtungen im Kt. Aargau
- Spezialstudie SCL-90-R
- «Uhrzeit und soziale Zeit in der Suchttherapie» – Projekt der HSA Bern, unter Einbezug der act-info-FOS-Basisdaten
- Qualität in der stationären Therapie: Nationale Erhebung und Analyse von ausgewählten Qualitätsmerkmalen der stationären Therapieprogramme für Drogenabhängige (QuaFOS)

Weitere übergreifende Projekte

Folgende Projekte wurden nicht im Rahmen von FOS bzw. act-info-FOS durchgeführt, beziehen sich jedoch ausschliesslich oder zu einem grossen Teil auf den stationären Suchthilfebereich.

- Stichtagserhebung zur Klientenzufriedenheit in stationärer Suchttherapie QuaTheSI-39
- Stichtagserhebung zu Zufriedenheit und Burnout bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in stationärer (und ambulanter) Suchttherapie QuaTheTeam-58
- CASE – Children of Addicts Study in Europe – Kinder von Eltern mit Suchtproblemen
- «Therapie statt Strafe» – Therapeutische Massnahmen für straf­fällige Personen mit Drogenproblemen (The Quasi-Compulsory Treatment of Drug Dependent Offenders in Europe; QCT Europe)

Nachbefragung der Klientele stationärer Therapieeinrichtungen

Auftraggeber: act-info-FOS-Einrichtungen, die an der Nachbefragung teilnehmen (Spezialprojekt); zeitweise Finanzierung durch Dritte (Kanton, Bundesamt für Gesundheit)
Status: sistiert
Laufzeit:

(Angaben beziehen sich auf die einzelnen nachzubefragenden Jahreskohorten):

- Austritte 1992-1994: BAG-Studie „Stellenwert stationärer Langzeittherapien für Suchtverlauf und soziale Integration Drogenabhängiger

- Austritte 1995-1996: Spezialprojekt (9 teilnehmende Institutionen)

- Austritte 1997: BAG-Studie „Rehabilitationsverläufe Drogenabhängiger nach einer stationären Therapie: Ressourcen, Barrieren und Attributionen“

- Austritte 1998, 1999, 2001: Spezialprojekt (30 teilnehmende Institutionen, teilweise kantonale Finanzierung)

Projektleitung /
Kontaktperson:
Esther Grichting, Tel. 044 448 11 63, esther.grichting@isgf.unizh.ch
Fragestellung: Lebensumstände der ehemaligen Klienten und Klientinnen nach Austritt aus der Therapie, Rehabilitationsverlauf, rückblickende Beurteilung der Therapie (Therapieerfolg, Therapieangebot)
Zielgruppe: ehemalige Klienten und Klientinnen aus den jeweils am Projekt teilnehmenden stationären Therapieeinrichtungen, von welchen Eintritts- und Austrittsdaten aus der Basisdokumentation vorliegen.
Methodik: persönliche Befragung (Austritte 1992-1999) resp. telefonische Befragung (Austritte 2001) mittels einem standardisierten Fragebogen, durch geschulte Interviewer/innen des ISF; Katamnesezeitraum 12 Monate (Austritte 1992-1996, 2001) resp. 18 Monate (Austritte 1997-1999)
Stichproben
(Anzahl nachbefragte Personen):
Austritte 1992-1996: 445; Austritte 1997: 189; Austritte 1998: 193; Austritte 1999: 161; Austritte 2001: 159
Zusammenfassung:

Die FOS Nachbefragungen – als Spezialprojekt im Auftrag der teilnehmenden Institutionen oder als BAG-finanzierte Studie – bilden einen wichtigen Pfeiler der bisherigen ergebnisorientierten Therapieforschung des Forschungsverbundes. Die jährlichen Ergebnisse wurden den teilnehmenden Institutionen jeweils in Form einer gesamthaften als auch eines institutionsspezifischen Standardauswertung zurück gemeldet.

Die Ergebnisse zum Rehabilitationsstatus 18 Monate nach Austritt aus der Therapie zeigen für die Austritte 1997-1999, dass jeweils etwa zwei Fünftel der nachbefragten Personen während des ganzen Katamnesezeitraums weder Heroin noch Kokain konsumiert haben und ein weiteres Fünftel Heroin und/oder Kokain mindestens gelegentlich während nur 6 Monaten konsumierte. Fast ein Viertel der Befragten hat während der ganzen 18 Monate mindestens gelegentlich Heroin und/oder Kokain genommen, die restlichen Personen haben dies während 12 Monaten getan. Betrachtet man nur den täglichen Konsum von Heroin und/oder Kokain, weisen gut drei Viertel aller Befragten nach Austritt keinen solchen Konsum auf (nur Austritte 1998, 1999). Etwa die Hälfte der Befragten hat jedoch nach Austritt aus der Therapie erneut mindestens eine Behandlung begonnen (stationärer Entzug, ambulante oder stationäre Suchtbehandlung sowie Substitutionsbehandlung werden dabei am häufigsten genannt). Was die Finanzierung des Lebensunterhalts anbelangt, werden am häufigsten die eigene Erwerbsarbeit (die Hälfte bis drei Fünftel der Befragten) sowie öffentliche Unterstützung (ein Drittel der Befragten) angegeben (nur Austritte 1998, 1999). Rund zwei Drittel der Befragten haben keine Kontakte mehr zum Justizsystem (weder hängige Verfahren, noch Massnahmen, noch Verurteilung oder Gefängnisaufenthalte seit Austritt), während etwa ein Fünftel nach Austritt gerichtlich verurteilt wurde. Als Hauptgründe für Rückfälle werden von den Befragten die Lust auf harte Drogen sowie (psychische) Probleme mit sich selbst genannt, Gründe für das Leben ohne Drogen werden hauptsächlich im bewussten Entscheid für ein neues, sinnvolleres Leben sowie in einer tragenden Arbeitssituation gesehen. Positive Veränderungen aufgrund der Therapie werden von den Befragten in erster Linie in Bezug auf persönliche und soziale Kompetenzen (wie z.B. Kritikfähigkeit, Problemlösung, Ausdruck von Gefühlen) lokalisiert. Für die Interpretation der Ergebnisse ist mit bedeutsam, dass Personen mit irregulärem Therapieabschluss unter den Nachbefragten untervertreten sind, weshalb die Ergebnisse möglicherweise ein zu positives Bild zeichnen, wenn man unterstellt, dass ein Therapieabbruch einen ungünstigeren Verlauf prognostiziert.

Ausblick: Angesichts der in den letzten Jahren gesunkenen Erreichungsquote und fehlender Kostendeckung wurden die Nachbefragungen ab dem Jahr 2003 sistiert. Eine Weiterführung der Nachbefragungen ist denkbar, wozu vorerst im Rahmen einer Methodenstudie Möglichkeiten zur Erhöhung der Erreichungsquote geprüft werden müssten.
Keywords:

Drogenabhängigkeit, stationäre Therapie, Rehabilitation, Nachbefragung

Follow-up bei der Klientele der stationären Therapieeinrichtungen des Kt. Bern

Auftraggeber: Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern
Status:

abgeschlossen

Laufzeit: 06/2001 bis 12/2004
Projektleitung /
Kontaktperson:
Esther Grichting, Tel. 044 448 11 63, esther.grichting@isgf.unizh.ch
Fragestellung: Wie verläuft die Rehabilitation Drogenabhängiger nach einem Aufenthalt in einer stationären Therapieeinrichtung (Kanton Bern) längerfristig? Berücksichtigt werden Merkmale der sozialen Situation (Wohnsituation, Erwerbssituation, soziale Beziehungen, Legalsituation), das Konsumverhalten (legale und illegale Drogen) und erneute Behandlungen wegen Drogenproblemen.
Zielgruppe: ehemalige Klienten und Klientinnen, welche in den Jahren 1998 oder 1999 aus einer Berner Therapieeinrichtungen für Drogenabhängige ausgetreten sind und 18 Monate später erstmals für die FOS-Basisnachbefragung kontaktiert wurden. Therapieabbrecher/innen werden einbezogen
Methodik: zweimaliges Follow-up mittels einem standardisierten Fragebogen: Follow-up 1
3½ Jahre nach dem Austritt telefonisch, Follow-up 2 4½ Jahre nach dem Austritt als persönliches Interview
Stichprobe: Die Ausgangsstichprobe für die Follow-up-Befragungen umfasst 135 Personen aus 13 Therapieeinrichtungen. 97 dieser Personen wurden im Rahmen der FOS-Basis-Nachbefragung 1.5 Jahre nach Austritt erstmals nachbefragt. 3.5 Jahre nach Austritt konnten noch 59 Personen, 4.5 Jahre nach Austritt noch 51 Personen interviewt werden.
Zusammenfassung: Die Untersuchung hat zum Ziel, dem Auftraggeber Informationen und Wissen über den längerfristigen Verlauf der Rehabilitation bei ehemaligen Klienten und Klientinnen von Drogentherapieeinrichtungen im Kanton Bern zur Verfügung zu stellen, welche auch als Entscheidungshilfen für die Ausgestaltung des Suchthilfeangebotes genutzt werden können.
Ausblick: Die Daten aus den Follow-up-Befragungen wurden Ende 2004 für den Schlussbericht zu Handen des Auftraggebers ausgewertet.
Keywords: Drogenabhängigkeit, stationäre Therapie, Rehabilitation, Follow-up

Suchthilfe Kanton Tessin

Auftraggeber: Gesundheitsdirektion des Kantons Tessin
Status:

abgeschlossen

Laufzeit: 05/2002 bis 08/2002
Projektleitung /
Kontaktperson:
Jürgen Rehm, Tel. 044 448 11 60, jtrehm@aol.com; Susanne Schaaf, Tel. 044 448 11 62, schaaf@isgf.unizh.ch
Fragestellung: Wie präsentiert sich das bestehende Suchthilfeangebot im Kanton Tessin (Klientenprofil, Angebot)? Welcher zusätzliche Bedarf wird von den beteiligten Stellen und den Zuweisern geortet? Welche Datenerhebungen sind am Laufen und wo gibt es Lücken?
Zielgruppe: Einrichtungen der Suchthilfe im Kanton Tessin
Methodik: Auswertung bestehender Daten zur stationären Suchttherapie im Kanton Tessin (FOS-Klientendaten, Daten zum Therapieangebot); Bestandesaufnahme zur Versorgungssituation und deren Beurteilung (Needs Assessment); Bestandesaufnahme zu laufenden überregionalen Datenerhebungen und Identifizierung von Lücken.
Zusammenfassung: Dieses Projekt stellte in Form verschiedener Module Grundlagen für die Dokumentation der aktuellen sowie die Planung der zukünftigen Suchthilfe auf kantonaler Ebene zusammen. Dabei wurde einerseits auf bestehende Daten zur Klientele sowie zum Therapieangebot aufgebaut, anderseits wurden im Rahmen des Needs Assessment zusätzlichen Daten erhoben. Die Berichte zu den einzelnen Modulen wurden zu Handen des Auftraggebers erstellt.
Ausblick: --
Keywords: Suchthilfe, Bestandesaufnahme, Needs Assessment, Planung

Dokumentation der Klientele der Entzugseinrichtungen im Kt. Aargau

Auftraggeber: Gesundheitsdirektion des Kantons Aargau
Status:

laufend

Laufzeit: seit 01/1996 laufend
Projektleitung /
Kontaktperson:
Esther Grichting, Tel. 044 448 11 63, esther.grichting@isgf.unizh.ch
Fragestellung: Welches Profil hat die Klientele der Aargauer Entzugseinrichtungen und wie verändert sich dieses im Laufe der Zeit?
Zielgruppe: Klienten und Klientinnen, welche eine Entzugsbehandlung in einer Aargauer Entzugseinrichtung beginnen resp. absolvieren.
Methodik: Erhebung der Klientendaten bei Eintritt und bei Austritt mittels eines standardisierten Fragebogens durch Mitarbeiter/innen der Entzugseinrichtung; standardisierte Häufigkeitsauszählung der Klientendaten; tabellarische Rückmeldung an den Auftraggeber
Stichprobe: bisher wurden mehr als 2000 Ein- und Austritte der zwei beteiligten Entzugseinrichtungen dokumentiert 
Zusammenfassung: Die Dokumentation der Klientele der Entzugseinrichtungen im Kanton Aargau erfolgt im Rahmen des kantonalen Controllings. Die Rückmeldung der Klientenprofile an den Auftraggeber erfolgt quartalsweise sowie einmal jährlich bezogen auf die Gesamtklientele eines Kalenderjahres. Seit Januar 2005 erfolgt die Datenerhebung mit einem act-info-kompatiblen Kurzfragebogen. Seit April 2005 werden die Fragebogen durch die Institutionen Online ausgefüllt.
Keywords: Drogenabhängigkeit, Entzug, Dokumentation der Klientele

Spezialstudie SCL-90-R

Auftraggeber: Spezialprojekt im Rahmen des Forschungsverbundes FOS
Status:

abgeschlossen

Laufzeit: 01/1999 bis 06/2002
Projektleitung /
Kontaktperson:
Esther Grichting / Susanne Schaaf /
Susanne Schaaf, Tel. 044 448 11 62, schaaf@isgf.unizh.ch
Fragestellung: Wie sind die Klienten und Klientinnen stationärer Drogentherapien bei Eintritt und bei Austritt psychisch belastet, und wie verändert sich das Belastungsprofil während des therapeutischen Aufenthaltes?
Zielgruppe: Klienten und Klientinnen der 13 stationären Therapieeinrichtungen, welche sich am Spezialprojekt beteiligten
Methodik: standardisierte Erhebung der psychischen Belastung mittels dem Fragebogen SCL-90-R (Symptom Check List von Derogatis) vier Wochen nach Eintritt, dann alle drei Monate sowie bei Austritt; Querschnittauswertung der Eintritts- und Austrittsbefunde, Längsschnittauswertung zu den Veränderungen zwischen Eintritt und Austritt; Vergleich des Gesundheitsprofils der befragten Klientele mit demjenigen der Normalbevölkerung;  Rückmeldung in Form institutionsspezifischer Berichte
Stichprobe: SCL bei Eintritt: 223; SCL bei Austritt: 103; teilnehmende Institutionen: 13
Zusammenfassung: Die Studie wurde als zeitlich begrenztes Spezialprojekt bei den interessierten FOS-Einrichtungen durchgeführt. Als zentrales Ergebnis zeigte sich, dass die befragte Klientele im Vergleich zur Normalbevölkerung generell eine hohe psychische Belastung in mehrfacher Hinsicht aufwies, welche jedoch im Laufe der Behandlung abnahm. Die Auswertungen liegen derzeit nur in Form von Institutionsberichten vor.
Ausblick: eventuell Gesamtbericht oder Publikation; Weiterführung möglich bei Interesse und Finanzierungsmöglichkeit
Keywords: Drogenabhängigkeit, stationäre Therapie, psychische Belastung der Klientele

«Uhrzeit und soziale Zeit in der Suchttherapie» – Projekt der HSA Bern, unter Einbezug der act-info-FOS-Basisdaten

Auftraggeber: Hochschule für Sozialarbeit HSA Bern, Institut für Sozialplanung und Sozialmanagement
Status:

abgeschlossen

Laufzeit: 10/2001-12/2004
Kontaktperson am ISF Esther Grichting, Tel. 044 448 11 63, esther.grichting@isgf.unizh.ch
Kontaktpersonen an der HSA Bern: Harald Klingemann, harald.klingemann@hsa.bfh.ch; Daniela Schibli, daniela.schibli@hsa.bfh.ch
Zusammenfassung: Das Projekt der HSA Bern untersucht im Rahmen dieses NF-Projektes soziale Zeitkonzepte und Zeitverwendungsstrategien in stationären Therapieeinrichtungen. Dazu werden sowohl Klienten und Klientinnen als auch das Personal sowie die Leitung von ausgewählten stationären Drogen- und Alkoholbehandlungseinrichtungen schriftlich und mündlich befragt. Das ISGF beteiligte sich an der Studie, indem es mit dem Einverständnis der teilnehmenden Einrichtungen ausgewählte anonymisierte act-info-FOS-Basisdaten der Klienten und Klientinnen zur koordinierten Auswertung zur Verfügung stellt. Informationen zum Projekt finden sich unter: http://www.hsa.bfh.ch/forschung/index.html
Keywords: stationäre Suchttherapie, Zeitkonzepte, Zeitverwendung

Qualität in der stationären Therapie: Nationale Erhebung und Analyse von ausgewählten Qualitätsmerkmalen der stationären Therapieprogramme für Drogenabhängige (QuaFOS)

Auftraggeber: Bundesamt für Gesundheit
Status:

abgeschlossen

Laufzeit: 10/1998 – 06/2000 und 07/2000 – 11/2000 (Zusatzanalysen)
Projektleitung /
Kontaktperson:
Anja Dobler-Mikola und Ralph H.U. Wettach /
stv. Susanne Schaaf, Tel. 044 448 11 62, schaaf@isgf.unizh.ch
Fragestellung: Systematische Erhebung von Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität der stationären Suchthilfe in der Schweiz; Erhebung, Sicherung und ggf. Verbesserung der Behandlungsqualität; Identifizierung von Aspekten der Einrichtungsstruktur und des Behandlungsprozesses, welche Einfluss auf das Behandlungsergebnis haben; Formulierung von empirisch und normativ hergeleiteten Qualitätsstandards für ausgewählte Bereiche.
Zielgruppe: stationäre Suchthilfe für Drogen- und Alkoholabhängigkeit in der gesamten Schweiz
Methodik: schriftliche Befragung ausgewählter Therapiestationen zur Strukturqualität mittels Fragebogen MIDES (Modulares Instrument zur Deskription von Suchtbehandlung); Erhebung von Klienten- und Mitarbeiterzufriedenheit sowie Eckdaten zur Steuerung des Behandlungsprozesses, ebenfalls mittels Fragebogen (Prozessqualität); Erfassung der Lebenssituation der Klienten 18 Monate nach Therapiebeendigung sowie Erfassung der Zuweiserzufriedenheit, ebenfalls mittels Fragebogen (Ergebnisqualität). Erarbeitung von Qualitätsstandards und Empfehlungen in Zusammenarbeit mit einer Expertengruppe.
Stichprobe: 93 Institutionen (Erhebung Strukturmerkmale); 186 ehemalige Klienten aus 24 Deutschschweizer Institutionen (Erhebung Institutionsmerkmale und Therapieverlauf); 274 Personen aus 24 Deutschschweizer Institutionen (Klientenzufriedenheit)
Zusammenfassung: Die Studie QuaFOS bildete eine wesentliche Grundlage für die Erarbeitung von QuaTheDA, dem Qualitätssicherungssystem des BAG für Suchttherapie. Die Strukturqualität der Therapieeinrichtungen wies – bereits vor der Einführung von QuaTheDA - ein hohes Niveau auf. Ausgeprägte Stärke waren Ausbildung und Praxiserfahrung der Mitarbeitenden. Verbesserungspotenzial zeigte sich in der standardisierten Anwendung von diagnostischen Verfahren, in einer vereinheitlichten Führung von Klientendossiers sowie dem Ausbau der Supervison für das therapeutische Personal. Institutionsmerkmale erklären nur wenig Varianz des Therapieverlaufs der Klienten. Lediglich beim Verlaufsindikator Opiatkonsum im Katamnesezeitraum hatten eine höhere Auslastung der Einrichtung und das Konzept des mehrfachen Konsums von Alkohol und weichen Drogen als unbedingter Ausschlussgrund einen positiven Einfluss auf den Therapieverlauf. Die Mitarbeiterbefragung ergab, dass über drei Viertel der Personen kein oder nur ein geringes Burnout-Niveau aufweisen. Für die gute psychische Verfassung waren der Umgang des Teams untereinander und das Verhältnis zum Vorgesetzten relevant, ebenso wie die Einstellung der Mitarbeitenden zu Rückfällen und die Anzahl geleisteter Überstunden. Bei den Klienten fielen sowohl die globale als auch die spezifische Zufriedenheit sehr hoch aus. Die Zufriedenheit stieg mit der Dauer der Behandlung. Eine grössere Berufserfahrung der Mitarbeitenden und ein tiefes Burnout-Niveau im Team wirkten sich positiv auf die Klientenzufriedenheit aus.
Ausblick: Die Autoren empfehlen eine Analyse der Selektionsprozesse und –effekte, auch hinsichtlich der Verbesserung des Einflusses von Institutonsmerkmalen. Individuelle Verlaufserfassungen brächten genauere Erkenntnisse über Therapieverbleib und Therapieabbruch. Eine erneute Erhebung der Burnout-Belastung in der Suchthilfe ergäben möglicherweise Hinweise auf die Auswirkungen der derzeitigen Umstrukturierungsphase in der stationären Therapielandschaft. Die Ergebnisse und Qualitätsanforderungen von QuaFOS sind zu einem grossen Teil in QuaTheDA eingeflossen.
Keywords: stationäre Therapie, Drogenabhängigkeit, Qualität, Strukturmerkmale Zufriedenheit

Stichtagserhebung zur Klientenzufriedenheit in stationärer Suchttherapie QuaTheSI-39

Auftraggeber: Bundesamt für Gesundheit
Status:

laufend

Laufzeit: 10/2002 – 09/2005
Projektleitung /
Kontaktperson:
Susanne Schaaf und Martial Gottraux (EESP, Lausanne) / Susanne Schaaf, Tel. 044 448 11 62, schaaf@isgf.unizh.ch
Fragestellung: Zufriedenheit von Klientinnen und Klienten in der stationären Suchthilfe gesamtschweizerisch; Profile der Gruppe der Zufriedenen bzw. der Unzufriedenen
Zielgruppe: Klientinnen und Klienten in stationärer Suchthilfe für Drogen- und Alkoholabhängigkeit in der gesamten Schweiz
Methodik: jährliche anonymisierte Stichtagsbefragung während einer festgesetzten Oktober-Woche mittels Fragebogen (39 standardisierte und 12 offene Zufriedenheitsfragen sowie 9 Fragen zu soziodemografischen Angaben, zur Aufenthaltsdauer, zur aktuellen Befindlichkeit und zu Zukunftsperspektiven); Rücksand der Fragebogen aus der Deutschschweiz an das ISF, aus der Romandie und dem Kanton Tessin an die EESP in verschlossenem Umschlag; Rückmeldung der Resultate an die Therapiezentren innerhalb von 6-8 Wochen in Form eines Institutionsberichtes und eines Gesamtberichtes.
Stichprobe:

1’459 Klient/innen aus 88 Institutionen (Erhebung 2002);
1’223 Klient/innen aus 78 Institutionen (Erhebung 2003)

Zusammenfassung: Die Klientenbefragung ist ein Element von QuaTheDA, dem umfassenden Qualitätssicherungssystem des BAG für Suchttherapie, und erfüllt die BSV- und QuaTheDA-Anforderungen im Referenzsystem. Die Rückmeldung der Institutions- und Gesamtauswertung ermöglicht der Einrichtung eine Verortung im gesamtschweizerischen Vergleich. Das qualitative Kapitel ermöglicht dem Therapiezentrum Reflexionen über konkrete Verbesserungen im Behandlungsprozess, insbesondere während der Eintritts- und Integrationsphase. Die Beurteilung der Klient/innen fiel generell sehr positiv aus. Die Gruppe der sehr zufriedenen Klient/innen zeichnet sich durch einen hohen Anteil Deutschschweizer, Frauen und ältere Personen (über 40 Jahre) aus. Romands, Tessiner, Männer und Klient/innen unter 30 Jahre sind eher unzufrieden mit der Behandlung. Besonders positiv bewerten Klient/innen in Drogentherapie die eigene persönliche Entwicklung, die übertragene Selbstverantwortung, das freundliche und faire Klima, die Eintrittsphase sowie die Akzeptanz durch das Team. Die klare Information über Rechte und Pflichten, Abläufe und Behandlungsangebot sowie die Ausgewogenheit des Programms werden geschätzt. Verbesserungen wünschen sich die Behandelten am ehesten hinsichtlich des Ausbaus  von Sport- und Freizeitangeboten. Auf Kritik stossen erwartungsgemäss Grenzen setzende Aspekte wie Gruppentherapie, die Regelungen betreffend Fernsehen und Radio sowie betreffend Ausgang und Taschengeld. Am 3. September 2003 führte die KOSTE ein QuaTheDA-Symposium zum Thema Klientenzufriedenheit durch, an welchem die Therapiezentren in Workshops diskutierten, wie sie welche Ergebnisse umsetzen und auf welche Forderungen sie begründet nicht eintreten.
Ausblick: im Oktober 2004 wird die dritte und letzte Stichtagserhebung durchgeführt.
Keywords: Zufriedenheit, Drogenabhängigkeit, stationäre Therapie, Qualität

Stichtagserhebung zu Zufriedenheit und Burnout bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in stationärer (und ambulanter) Suchttherapie QuaTheTeam-58

Auftraggeber: Bundesamt für Gesundheit
Status:

laufend

Laufzeit: 09/2002 – 09/2003 (erneute Durchführung für 2005 vorgesehen)
Projektleitung /
Kontaktperson:
Susanne Schaaf, Tel. 044 448 11 62, schaaf@isgf.unizh.ch
Fragestellung: Arbeitszufriedenheit und Burnout-Niveau von Mitarbeitenden in der stationären Suchthilfe gesamtschweizerisch; Profile der Gruppe der Zufriedenen bzw. der Unzufriedenen
Zielgruppe: Mitarbeitende in stationärer Suchthilfe für Drogen- und Alkoholabhängigkeit in der gesamten Schweiz
Methodik: anonymisierte Stichtagsbefragung während einer festgesetzten November-Woche mittels Fragebogen (58 standardisierte und 4 offene Fragen sowie 13 Fragen zu soziodemografischen Angaben und zu Berufsausbildung und –erfahrung); Rücksand der Fragebogen an das ISF in verschlossenem Umschlag; Rückmeldung der Resultate an die Therapiezentren innerhalb von 4 Wochen in Form eines Institutionsberichtes und eines Gesamtberichtes.
Stichprobe: 663 Mitarbeitende aus 48 Institutionen (Erhebung 2003)
Zusammenfassung: Die Mitarbeiterbefragung ist ein Element von QuaTheDA, dem umfassenden Qualitätssicherungssystem des BAG für Suchttherapie. Die Rückmeldung der Institutions- und Gesamtauswertung ermöglicht der Einrichtung, sich im gesamtschweizerischen Vergleich zu positionieren. Das qualitative Kapitel im Institutionsbericht ermöglicht dem Therapiezentrum ein direktes Assessment der Mitarbeitenden und Reflexionen über konkrete Verbesserungen im Behandlungsprozess. Die Beurteilung der Mitarbeitenden fiel generell sehr positiv aus. Besonders hervorgehoben wurde die Identifikation der Mitarbeitenden mit dem Konzept der Einrichtung, keine hohe private Belastung durch die anspruchsvolle Arbeit in der Suchthilfe sowie die Überzeugung, gute Arbeit zu leisten und Nützliches für die Klienten zu tun. Das Burnout-Niveau der Befragten ist gering. Verbesserungspotenzial sehen die Mitarbeitenden auf den Ebenen Arbeitsplan und Zeitmanagement (weniger administrativen Aufwand, mehr Zeit zur Reflexion der Klientenprozesse), Aufgaben- und Kompetenzregelung (mehr Verantwortung übernehmen), Klienten (dass unmotivierte Klienten einem weniger zu schaffen machen), persönliche Ressourcen und Mythen (dass der Stress weniger von den eigenen Ansprüchen herrührt) und politisches Umfeld (dass die derzeitige Finanzlage den Mitarbeitenden weniger zu schaffen macht). Die Ergebnisse wurden für Veränderungen innerhalb der Prozesse und auf Managementebene genutzt.
Ausblick: eine zweite Stichtagserhebung mit zusätzlichen Fragestellungen ist per Frühjahr 2005 beim BAG beantragt.
Keywords: Zufriedenheit, Burnout, Drogenabhängigkeit, stationäre Therapie, Qualität

CASE – Children of Addicts Study in Europe – Kinder von Eltern mit Suchtproblemen

Auftraggeber: Bundesamt für Bildung und Wissenschaft
Status:

abgeschlossen

Laufzeit: 2000 – 2004
Projektleitung /
Kontaktperson:
Ambros Uchtenhagen /
Franziska Güttinger, Tel. 04 448 11 79, franziska.guettinger@isgf.unizh.ch
Fragestellung:

quantitativ: Wie sieht die Lebenssituation für Kinder und ihre (ehemals) drogenabhängigen Eltern aus? Welche Auswirkungen hat die Behandlung auf die Familien und die Entwicklung der Kinder?

qualitativ: Welchen Effekt hat sich die bisherige Behandlung in der Wahrnehmung der Eltern auf ihre Elternrolle? In welcher Hinsicht hat die Ausübung der Elternrolle seit Behandlungsbeginn bzw. seit der Behandlung verändert? Welche Vorsorgungs- und Hilfestrukturen benötigen Eltern, um ihre Elternrolle angemessen wahrnehmen zu können?

Zielgruppe: drogenabhängige Eltern, die a) in stationärer oder ambulanter Suchtbehandlung stehen, b) die ein oder mehrere Kinder im Alter bis 10 Jahre haben und c) die im Jahr vor Behandlungsbeginn mehrheitlich (mind. 6 Monate) mit ihren Kindern zusammengelebt haben). Kontrollgruppe der nicht-drogenabhängigen Eltern.
Methodik:

quantitativ: Längsschnittuntersuchung zu drei Follow up-Zeitpunkten in jährlichen Abständen; standardisierter Fragebogen zu soziodemografischen Angaben zu Eltern und Kind, Fragen zum familiären Umfeld, zu Drogenerfahrungen und früheren Behandlungen und zum Gesundheitszustand von Eltern und Kind; zudem Kurzversion des PSI (Parenting Stress Index/ Eltern-Stress-Index) und SDQ (Strenghts and Difficulties Questionnaire/ Stärken und Schwächen des Kindes).

qualitativ: persönliches problemzentriertes Interview nach Witzel (Witzel 2000) mit teilstandardisiertem Fragebogen.

Stichprobe: quantitativ: 4 Elternteile aus insgesamt 16 teilnehmenden Einrichtungen (Methadonabgabe, Heroinverschreibung und stationäre abstinenzorientierte Therapiezentren) und 20 Personen für die Kontrollgruppe; qualitativ: 7 Elternteile
Zusammenfassung: CASE ist eine Studie im 5. Rahmenprogramm der EU. Organisiert wurde das Projekt vom Institute for General Practice and Primary Care der Universität in Sheffield (UK). Neben der Schweiz nahmen auch Grossbritannien und Spanien teil; Holland ist aus dem Projekt ausgestiegen In der Schweiz konnten nur wenige Klienten für die quantitative Befragung gefunden werden. Dies hing hauptsächlich mit den eng definierten Selektionskriterien (keine Fremdplatzierung der Kinder vor Behandlungseintritt der Eltern), mit der generell geringen Anzahl Neueintritte und mit Widerständen seitens der Klienten zusammen. Die quantitative Erhebung wurde somit eingestellt, ein  Ländervergleich unter Einbezug der Schweiz ist folglich nicht möglich. In den zusätzlichen qualitativen Befragungen haben die Klienten Auswirkungen der Behandlung auf folgenden Ebenen festgestellt: ein positiver Einfluss der Behandlung auf den Alltag mit dem Kind (Tagesstruktur für Eltern und Kind, mehr Zeit für die Familie, weil Beschaffungsstress und Folgen entfallen), Verbesserung der Beziehung zum Kind seit Behandlungseintritt (Entlastung der Eltern durch therapieinterne Krippe), weiterhin bestehende Sorgen im Zusammenleben mit dem Kind (Arbeitslosigkeit, finanzielle Zukunft, Offenheit zu den Kinder betreffend Opiatabhängigkeit der Eltern, Angst, die Bedürfnisse der Kinder nicht zu erfüllen), positive Bewertung des Therapieverlaufs (Drogenabstinenz, Distanzierung von der Drogenszene, mehr Zeit für Kind), Unterstützung, aber auch Beeinträchtigung im Zusammensein mit dem Kind je nach Behandlungstyp (Betreuungsorganisation bei verpasstem Abgabetermin, Einmischen der Mitklienten in Erziehung), positive Beurteilung des bestehenden Hilfsangebotes und konkrete Zukunftsperspektiven (berufliche Integration, Zusammenleben mit Familie, Angst vor eigenständigem Leben). Die qualitativen Ergebnisse ergänzen die transnationalen quantitativen Auswertungen.
Ausblick: -
Keywords: heroin dependence, treatment, children

«Therapie statt Strafe» – Therapeutische Massnahmen für straf­fällige Personen mit Drogenproblemen (The Quasi-Compulsory Treatment of Drug Dependent Offenders in Europe; QCT Europe)

Auftraggeber: Bundesamt für Bildung und Wissenschaft für die Schweiz / Europä­ische Union für die übrigen Länder (UK, Deutschland, Holland, Italien, Öster­reich)
Status:

laufend

Laufzeit: 10/2002 – 10/2005
Gesamt-projektleitung: University of Kent, Grossbritannien (Alex Stevens)
Projektleitung am ISGF: Prof. Ambros Uchtenhagen
Kontaktpersonen ISGF: Susanne Schaaf, Tel. 044 448 11 62, schaaf@isgf.unizh.ch; Esther Grichting, Tel. 044 448 11 63, esther.grichting@isgf.unizh.ch
Fragestellung: Welche „Therapie-statt-Strafe“-Modelle existieren in den beteiligten Ländern und welche Evidenz gibt es für deren Wirksamkeit? Welche Effekte haben Behand­lungen für Massnahmenklienten bezüglich Drogen­gebrauch, Delinquenz, Gesundheit und Sozialisation? Gibt es unter­schied­liche Effekte für unterschiedliche Subgruppen sowie im Vergleich zu den freiwilligen Klienten?
Zielgruppe: drogenabhängige Personen, die aufgrund einer gerichtlichen Ver­ordnung eine ambulante oder stationäre Behandlung erhalten (= Ver­suchsgruppe); drogenabhängige Personen, die sich freiwillig einer Behandlung in einer Einrichtung unterziehen, die auch Massnahmen-Klienten aufnimmt (=Kontrollgruppe)
Methodik: Beschreibung aktueller „Therapie-statt-Strafe“-Modelle in den beteiligten Ländern; Literaturübersicht zu Prozess und Wirksamkeit der­artiger Mo­delle; quantitative Untersuchung der Wirksamkeit von Inter­ventionen für Massnahmenklienten und freiwillige Klienten (Erstinterview bei Eintritt in die Behandlung, drei Follow-up-Befragungen im Abstand von jeweils 6 Monaten; Fragebogen in Anlehnung an den EuropASI); qualitative Unter­suchung der Interaktion von Klient/in, therapeutischem Umfeld und drogenpolitischem Kontext.
Stichprobe: total 831 Personen, davon 85 in der Schweiz (Erstbefragung); qualitative Interviews in ausgewählten Institutionen (Klienten, Personal) bzw. mit ausgewählten Fachleuten
Zusammenfassung: QCT Europe ist ein länderübergreifendes Forschungsprojekt zur Schaffung einer fundierten Wissensbasis für politische Weichen­stellun­gen und praxisrele­vante Interventionen im Zusammenhang mit therapeutischen Massnahmen für straffällig gewordene Drogenabhängige. Aus­gehend von den Studienergebnissen sollen Handlungs­empfeh­lungen zuhanden von Behörden und Praktikern formuliert werden. Für weitere Informationen siehe: http://www.kent.ac.uk/eiss/projects/qct.htm
Ausblick: Im Herbst 2004 wurde anhand der Daten aus der Eintrittsbefragung je ein nationaler sowie ein integrierter Zwischenbericht erstellt, im Herbst 2005 folgen die Schlussberichte, welche auch die Daten aus den Follow-up-Befragungen einbeziehen.


Last Update: 6/2/2005

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